Über

Text in English

Das Mahnmal Kambodscha 1975-1979
wurde 2012 gegründet und erinnert an den Völkermord, den die Roten Khmer (radikal, fundamentalistische Kommunisten) in Kambodscha während der Jahre 1975-1979 durchgeführt haben.

Der Genozid in Kambodscha ereignete sich in den Jahren 1975–79 unter der Herrschaft der Roten Khmer. Bei dem Genozid kamen je nach Schätzung bei einer Gesamtbevölkerung von ungefähr 8 Millionen zwischen 750.000 und mehr als 2 Millionen Kambodschaner durch Hinrichtung in den Killing Fields, Zwangsarbeit, Hunger und mangelhafte medizinische Versorgung ums Leben. Um diese Massenmorde des steinzeitkommunistischen Pol-Pot-Regimes von anderen Völkermorden zu unterscheiden, werden sie mitunter als Autogenozid bezeichnet. Das Rote-Khmer-Tribunal führt als Internationales Gericht seit dem Jahr 2007 Untersuchungsverfahren gegen einige hochrangige Führer des Demokratischen Kampuchea wegen der begangenen Verbrechen durch.
Der Genozid in Kambodscha begann am 17. April 1975 mit dem Einmarsch der Roten Khmer in Phnom Penh, der ihren Sieg im Kambodschanischen Bürgerkrieg markierte. Bis zum Ende des Pol-Pot-Regimes am 6. Januar 1979 fanden dabei laut gängigsten Schätzungen 2 Millionen Menschen den Tod, wobei möglicherweise 40 % von ihnen an Hunger und Krankheiten starben. Dies war eine Folge der Landwirtschaftspolitik im Demokratischen Kampuchea, die die traditionellen Anbaumethoden und sozialen Strukturen zugunsten einer Zwangskollektivierung zerschlug. Die historisch gewachsene Anordnung der Reisfelder wurde einem System aus Gitternetzlinien geopfert, Märkte verboten, Kanäle und Dämme ohne technische Hilfsmittel gebaut sowie ans Fantastische grenzende Planziele für die Ernte vorgegeben. Ein großer Teil der Reisproduktion wurde zudem nicht an die lokale Bevölkerung verteilt, sondern hauptsächlich nach China exportiert. Bestimmte ethnische, religiöse und soziale Gruppen hatten unter der Herrschaft der Roten Khmer besonders zu leiden. Die Gesamtbevölkerung wurde in „neue Menschen“ oder „Menschen des 17. April“ und „einfache Menschen“ eingeteilt, von denen die letzteren zwar im Vergleich privilegiert waren aber trotzdem in großer Zahl Opfer des Genozids wurden. Die Bewohner der Städte wurden als „neue Menschen“ auf das Land deportiert, wo sie Zwangsarbeit verrichteten. Familienstrukturen wurden zerschlagen und nahezu jeder Aspekt des Lebens durch die allgegenwärtige Angka, eine Frontorganisation der Kommunistischen Partei Kambodschas, kontrolliert. Außerdem wurde das Gesundheits- und Bildungssystem praktisch abgeschafft. Die Einteilung der Bevölkerung in unterschiedliche Gruppen wurde zum Teil durch Symbole kenntlich gemacht. So musste die aus den östlichen Provinzen verschleppte Bevölkerung blaue Halstücher tragen, um sie als potenzielle „Khmer mit vietnamesischem Geist“ kenntlich zu machen. Politische Säuberungen, die für die Betroffenen in Foltergefängnissen wie Tuol Sleng und den Killing Fields endeten, wurden damit begründet „innere Feinde“ und „Mikroben“ zu vernichten um die Gesellschaft zu „reinigen“.

Nach der Shoah Film Collection 2010, folgte 2012 die zweite Filmsammlung “Cambodia 1975-1979”, die hauptsächlich aus Dokumentarfilmen besteht, die den kambodschanischen Völkermord 1975-1979 thematisieren. Es ist eine Kooperation zwischen artvideoKOELN international, MetaHOUSE – Deutsch-Kambodschanischem Kulturzentrum Phnom Penh und DMF @ Royal University of Phnom Penh.
2013 wurde die Filmsammlung zum ersten Male der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Sammlung enthält Videos von jungen kambodschanischen Filmemachern, die an der Filmschule @ MetaHouse Phnom Penh und der Abteilung für Film und Medien der Königlichen Universität ausgebildet wurden. Alle Videos versuchen, eine eigene, individuelle und kollektive Identität wiederherzustellen, indem sie den Genozid widerspiegeln, an dem alle kambodschanischen Familien leiden.
Die Filmsammlung ist ein Bestandteil der audiovisuellen Kunstsammlungen @ The New Museum of Networked Art.

2017 wurde die Filmsammlung in das global Netzwerkprojekt – The W:OW Project – Wir sind eine Welthttp://wow.engad.org – mit aufgenommen, und später im Jahr zu dem “Mahnmal für die Opfer von Völkermord” – umgewandelt, womit das Vorhaben sich nicht ausschließlich auf den Völkermord in Kambodscha bezieht, sonder als Symbol für alle Völkermorde vor und nach den Genozid in Kambodscha steht.
2018 wurde das Mahnmal Bestandteil des Medienkonstkontexts – Die 7 Mahnmale für die Menschlichkeithttp://7mfh.a-virtual-memorial.org

Die kambodschanische Filmsammlung

Molyka Bin (Kambodscha), DCM – Königliche Universität von Kambodscha mit zahlreichen Studienabsolventen, Neang Kavich (Kambodscha), Nico Mesterham (Kambodscha), Nico Mesterham (Kambodscha) / Mark Hammond (USA), MetaHouse Phnom Penh (Kambodscha) mit zahlreichen Studienabsolventen, Sopheak Sao (Kambodscha), Chhuon Sarin (Kambodscha)